Götzendorf im Spiegel der
Geschichte
Das Dorf
In den Eggerbachdörfern kam der
Schäferei eine große Bedeutung zu. Die Gemeinde
Götzendorf verpachtete ihre Schafhut, der Schäfer trieb
nach der Ernte auf die Stoppelfelder, beweidete den
ganzen Anger und stellt fast täglich seinen Pferch um.
Nach einer alten Tradition verpflegte abwechselnd jeder
Götzendorfer Haushalt den Schäfer täglich mit einer
warmen Mahlzeit. Man war froh, dass auf diese billige
Art eine Düngung der Wiesen und Felder erfolgte. Zuletzt
betrieb der Stackendorfer Schäfer den Anger bis zur
Aufforstung 1956.
Eine gebrauchte Dreschmaschine war erst 1928
erschwinglich. Bis dahin liehen sich die Götzendorfer
die dampfgetriebene Dreschmaschine aus Drügendorf aus.
Zusammenhelfen musste die Ortsbevölkerung nicht nur beim
Dreschen, sondern auch beim Straßenbau. In einer
sicherlich mühseligen Arbeit begann man 1933 die Straße
von Drügendorf nach Tiefenstürmig zu bauen. Durch Hand-
und Spanndienste wurden die Steine im Götzendorfer
Steinbruch gebrochen, mit Kuhfuhrwerken den Berg
hinabgefahren und verarbeitet.
Trotz der damals körperlich harten Arbeit fanden die
Leute Zeit, sich in geselliger Runde zu treffen. Ältere
Mitbürger erinnern sich an die „Roggenstuben“, wo sie
als Jugendliche zur Musik der Zieh- und Mundharmonika
ihre ersten Tanzschritte lernten, und die Älteren am
Spinnrad und beim Stricken von vergangenen Zeiten
erzählten. „Wir machten halt allerhand Gaudi“, so
Altbürgermeister Johann Sebald.
1954 rollte der erste Traktor im Dorf.
Die letzte große Gemeinschaftsleistung der Götzendorfer
war der Bau der Bergstraße bis 1958.
Manches, was früher das Dorfleben und Ortsbild prägte,
musste einer neuen Zeit weichen: Die weit bekannte Mühle
stellte 1956 den Betrieb ein, die Dreschmaschine tat bis
1960 ihre Dienste.
Sein Aussehen veränderte Götzendorf mit der Befestigung
des Baches und der Straßenteerung 1961. In den letzten
Jahren ihrer Selbstständigkeit renovierte die Gemeinde
den Backofen und baute den Löschwasserbehälter.
1978 legte Bürgermeister Johann Sebald, seit 1956
ehrenamtlich Gemeindeoberhaupt, sein Amt nieder.
Im Zuge der Gemeindegebietsreform verschmolzen 1978
Götzendorf zusammen mit 11 ehemals selbstständigen
Gemeinden zur Marktgemeinde Eggolsheim.