Götzendorf im Spiegel der
Geschichte
Ortsname
Obwohl in der wissenschaftlichen Literatur
verschiedene Deutungsversuche über unsere Ortsnamen
vorliegen, gibt es doch eine gemeinsame Übereinstimmung:
Im Zuge der Besielung durch die Franken, die
ursprünglich ihren Sitz am Oberrhein hatten, wurden die
neu gegründeten Orte jeweils nach dem Sippenführer
benannt.
Nachdem in einer Urkunde von 1228 unser „Geckendorf“
auftaucht, ist es nahe liegend, darin eine Ableitung von
„Zum Dorf des Gezo“ zu sehen.
Flurnamen
Flurnamen sind Zeugnisse über die ursprüngliche
Beschaffenheit eines Gebietes. Sie geben uns Aufschlüsse
über die Urbarmachung des neu besiedelten Landes und
spiegeln die Struktur und die wirtschaftliche Nutzung der
Gemarkung wider.
Hinweise über die Rodungstätigkeit der Götzendorfer
geben die Flurnamen „Reuth, Kreuthhölzer, Schafreuth“.
In dieser sehr waldreichen Gegend galt es auch, die
Hänge (Leiten) als Weideland zu gewinnen, worauf
folgende Flurnamen hindeuten: „Schwarzleite, Rainleite,
Mühlleite, Edersleite, Wirtsleite“.
In jedem Dorf trieben die Gemeindehirten alles Vieh zu
jeder Jahreszeit auf die Weiden, die Stallfütterung war
den Bauern weitgehend fremd und setzte sich erst an der
Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert durch. So erfüllten
die umliegenden Wälder auch die Funktion als Viehweiden
: „Lohrangen, Rother Bühl, Kohlstöcke, Eichert,
Knock-Hügel, Mühlholz, Schneiderholz“.
Die sicherlich mühevollsten Arbeiten; die Gewinnung von
Ackerland, haben sich über Jahrhunderte hinweg gezogen.
Zunächst im bewaldeten, fruchtbaren Tal des Eggerbaches,
später auf den steinigen Hochflächen des Jura, machten
die Bauern mit dem Holzpflug das Land urbar: „Mühlfeld,
Langacker, Brügelfeld, Trogfeld, Griesacker, Großer
Acker, Schmiedmichelfeld, Eggerten“.
Manche Flurnamen, die im Zuge der ersten
Landvermessungen im 19. Jahrhundert erstmals schriftlich
fixiert und in „Amtsdeutsch“ übertragen wurden, sind
heute nicht mehr gebräuchlich. Natürlich erfüllen auch
manche Flurteile, zuletzt durch die Umstrukturierung im
Rahmen der Gebietsreform, heute eine andere Funktion als
ursprünglich.