Götzendorf im Spiegel der
Geschichte
Zur Schule
Mit der Erhebung der Filialkirchen von Drügendorf
zur selbstständigen Pfarrei dürfte auch erstmals eine
Schule eingerichtet worden sein. Sie war vollkommen in
die Kirche integriert. Aufsicht über Lehrer und Schule
unterstand der Pfarrer.
Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal wollte sich 1790
einen Überblick über den Stand des Schulwesens
verschaffen, sein besonderes Augenmerk galt der
Schuljugend, die „zu guten Christen, rechtschaffenen
Bürgern und treuen Unterthanen“ gebildet werden sollten.
Der in Drügendorf amtierende Pfarrer Jabob Dersch
(1787-1803) teilt uns mit seinen Antworten zu einem
vorgedruckten Fragebogen Interessantes über seinen
Pfarrteil Götzendorf mit: Der Ort bestehe aus 22
Haushalten mit 107 Seelen.
Den zwölf Schulkindern im Alter von fünf bis dreizehn
Jahren stellt er ein gutes Zeugnis aus: „Gelehrig,
sittsam und nicht ausschweifend“. Im Winter kommen sie
fleißig zur Schule, auch im Sommer, außer bei der Heu-
und Schnitternte.
Der Ort liege „von der Pfarrey eine Viertelstund“ und
könne auch im Winter „bequemlich“ besucht werden.
Aufschlußreich auch die Vermögensverhältnisse: “Unter
den Gemeindegenossen ist kaum der zweite Teil
wohlhabend, die übrigen sind entweder sehr arm oder mit
vielen Schulden beladen.“
Der „Schulhalter“ bekommt wöchentlich von den
„Bemittelten“ einen fränkischen Kreuzer, „Arme“ bezahlen
nichts.
Die Schulden an das Gotteshaus in Drügendorf belaufen
sich auf 109 Gulden, zum Unterhalt eines „ordentlichen
und beständigen Lehrers“ reichen die Finanzmittel der
Götzendorfer bei weitem nicht.
Obwohl der Gemeindeausschuß von Drügendorf wiederholt
durch Vorschriften das Einkommen des Lehrers regelt,
legt dieser 1898 Beschwerde beim Königlichen Bezirksamt
Ebermannstadt ein. Offenbar konnten die „Webersteuer“,
das „Läutstroh“ und das „Läutgeld“ seinen Ansprüchen
nicht mehr genügen. Jedenfalls regelt eine Anordnung von
1900, dass dem Antrag des Lehrers Dütsch aus Drügendorf
entsprochen wird und er von jedem Götzendorfer, der
Feldwirtschaft „besitzt und treibt“, jährlich „fünf
Liter Gerste“ und „ 1 Mark 20 Pfennige“ erhalten müsse.
Um den Bestand der Schule in Tiefenstürmig zu sichern,
werden die Schulpflichtigen aus Götzendorf 1930 dorthin
eingeschult.
Im Zuge der Schulreformen verteilen sich ab 1964 die
Kinder auf verschiedene Schulstellen innerhalb des
neugegründeten Schulverbandes Drügendorf, bis sie im
Schuljahr 1968/69 entgültig der Verbandsschule in
Eggolsheim eingegliedert werden.